Verstauchung

Behandlung einer Verstauchung und vorbeugende Maßnahmen

 

 

Eine Verstauchung bedarf fast immer einer fachgerechten Behandlung. Durch Gewalteinwirkung von außen wurden Gelenke übermäßig stark belastet oder ihr Bewegungsradius überschritten. Im Gegensatz zu einer Verrenkung kehrt das Gelenk bei einer Verstauchung in seine natürliche Lage zurück und bleibt weitestgehend stabil. Allerdings werden durch die Überbelastung Bänder und Muskelstränge überdehnt oder eingerissen. Ist die Gewalteinwirkung zu stark, können sogar angrenzende Knochen gebrochen oder Blutgefäße verletzt worden sein.

 

Vor allem der Laie kann eine Verstauchung nicht immer von außen erkennen. Je nach Grad der Verletzung kann das betroffene Gelenk mehr oder weniger stark angeschwollen sein, bei Blutergüssen ist auch eine bläuliche Färbung der Haut möglich. Das betroffene Gelenk schmerzt bei einer Belastung meist sehr stark, weshalb manchmal auch ein gebrochener Knochen vermutet wird. Äußerlich erkennbare Fehlstellungen deuten oftmals auf eine größere Verletzung hin, die von einem Orthopäden untersucht werden sollte.

 


Erstmaßnahmen möglichst zeitnah beginnen


Deuten die Symptome auf eine Verstauchung hin, sollte möglichst sofort mit der Erstbehandlung nach der PECH-Regel begonnen werden. Das bedeutet die Entlastung und Ruhigstellung des betreffenden Gelenks. Kühlung mit Eisbeuteln, alternativ auch mit einem Eisspray oder -gel, lässt die meist starken Schmerzen abklingen und verhindert ein übermäßiges Anschwellen genauso wie eine Hochlagerung. Kompressionsverbände geben dem Gelenk die nötige Stabilität. Meistens kann nach ein bis zwei Wochen das Gelenk wieder vorsichtig und in kleinen Schritten belastet werden. Zum Schutz vor einer erneuten Verstauchung sollten die Kompressionsverbände weiterhin angelegt werden.

 

Ist die Genesung weitestgehend abgeschlossen, kann mit einer Bewegungstherapie begonnen werden. Dabei wird das betroffene Gelenk Schritt für Schritt zunehmend stärker belastet. Die Bänder, Gelenkkapseln und Muskelfasern benötigen mehrere Wochen, um sich wieder zu regenerieren sowie ihre volle Stabilität wie auch Elastizität zu entfalten. In den meisten Fällen kann das Gelenk nach ein bis zwei Monaten wieder halbwegs normal belastet werden. In schweren Fällen oder bei anhaltend starken Schmerzen ist ein Orthopäde zu konsultieren, der nicht nur eine genaue Diagnose stellen, sondern auch eine geeignete Therapie und heilungsfördernde Medikamente anbieten kann.

 

 

Vorbeugen ist besser als heilen


Auch wenn die meisten Verstauchungen oder Distorsionen in aller Regel ohne nennenswerte Komplikationen verlaufen, kann man selbst viel zu ihrer Vorbeugung beitragen. Bei allen sportlichen Aktivitäten ist vor dem Beginn des Trainings oder Wettkampfes eine Aufwärmphase in Form von Dehnübungen angebracht. Gefährdete Gelenke können zum Schutz vor einer Verstauchung bandagiert werden. Insbesondere beim Laufsport, aber auch beim Wandern ist festes Schuhwerk obligatorisch. Sandalen oder Schuhe mit hohen Absätzen neigen sehr schnell zum Umknicken und bergen somit die Gefahr einer Verstauchung. Laufschuhe sollten daher möglichst bis zum Knöchel reichen und rutschfest sein. Wer außerdem regelmäßig Sport treibt, sorgt für eine ausreichende Stabilität der Gelenke und fördert das allgemeine Wohlbefinden.

 

Aber auch am Arbeitsplatz oder in der Freizeit kann jeder durch richtiges Verhalten die Gefahr einer Verstauchung zumindest auf ein Minimum reduzieren. In vielen Betrieben ist das Tragen von Sicherheitsschuhen sowie -ausrüstung gefordert und sollte im eigenen Interesse auch befolgt werden. Schließlich führt jede Verstauchung zu einer mehr oder weniger umfangreichen Einschränkung der Beweglichkeit und auch zu einem Arbeits- sowie Verdienstausfall.