Verstauchung

Jede Verstauchung bedeutet längeres Pausieren

 

 

Egal, welches Gelenk man sich verstaucht hat: In aller Regel bedeutet dies erst einmal eine Pause. Das betreffende Gelenk wurde durch äußere Einwirkung von Gewalt übermäßig beansprucht oder der natürliche Bewegungsradius überschritten. Dies hat meistens eine Überdehnung der Bänder und angrenzenden Muskelstränge zur Folge, in schweren Fällen reißen die Bänder sogar ein. Durch die Verstauchung werden auch naheliegende Blutgefäße verletzt und es kommt zu Hämatomen.

 

Nahezu jede Verstauchung ist von meist starken Schmerzen geprägt, besonders beim Bewegen des Gelenks. Bereits diese Tatsache zwingt dazu, das Gelenk für die nächste Zeit zu schonen und ruhigzustellen. Angemessenes Kühlen mit Eisbeuteln sowie Hochlagern lindern die Schmerzen erheblich und die Schwellungen gehen schneller zurück. Allerdings können mit der Gewalteinwirkung auch noch andere Organe verletzt worden oder Knochen gebrochen sein, was am ehesten der Facharzt anhand einer Röntgenaufnahme feststellen kann.

 


Die Dauer einer Verstauchung kann unterschiedlich sein


Wie bei jeder anderen Verletzung oder Krankheit kann auch bei einer Verstauchung die voraussichtliche Dauer nicht im Vorfeld bestimmt werden, denn hierbei spielen das Alter, der Grad der Verletzung und der Beginn der Behandlung eine entscheidende Rolle. Allgemein jedoch sollte man für die ersten ein bis zwei Wochen nach dem Unfall jegliche Belastung des Gelenks vermeiden und rund 20 Minuten am Tag mit Eis kühlen. Zu langes Kühlen allerdings verlangsamt den Heilungsprozess deutlich und sollte daher vermieden werden. Wichtig ist aber auch der Zeitpunkt, an dem man mit der Erstversorgung der Verstauchung beginnt. Wurde diese sofort bemerkt und entsprechende Gegenmaßnahmen wie Kühlen mit Eis oder Ruhigstellen wurden eingeleitet, kann ebenfalls mit einer früheren Genesung gerechnet werden.

 

Bis zum Zeitpunkt der Genesung sollte das entsprechende Gelenk nach Möglichkeit nicht belastet werden. Dies heißt allerdings lange noch nicht, dass man seine komplette Zeit im Bett verbringen muss. Gelenke lassen sich durch Schienen ruhigstellen. Bei Verstauchungen im Knie und Fuß kann eine Entlastung durch Gehen auf Krücken erzielt werden. Bei Verstauchungen der Arbeitshand ist man jedoch in seiner Tätigkeit stark eingeschränkt und manchmal auf fremde Hilfe angewiesen.

 

 

Vorsicht ist immer geboten


Auch wenn die Verstauchung bereits nach kurzer Zeit wieder ausgeheilt zu sein scheint und der gesamte Heilungsprozess ohne Komplikationen verlief, sollte eine normale Belastung des betreffenden Gelenks erst nach etwa zwei bis drei Monaten erfolgen. Sportlern wird empfohlen, vorsichtig und in kleinen Schritten mit dem Training zu beginnen sowie außerdem die gefährdeten Gelenke mit Bandagen vor einer erneuten Verstauchung zu schützen. Die Gelenke, Bänder und Muskeln benötigen auch unter günstigen Bedingungen eine gewisse Zeit, um sich wieder vollständig zu erholen sowie die nötige Festigkeit wie auch Elastizität zu erlangen. Das Bewegungstraining sollte dafür kontinuierlich erfolgen. Gymnastik und Schwimmen sind jedoch in den meisten Fällen möglich. Beim Kraft- und Leistungssport hingegen muss unbedingt eine Aufwärmphase dem Training oder Wettkampf vorausgehen. Diese auch als Stretching bezeichneten Bewegungsübungen erhöhen die Dehnbarkeit der Bänder erheblich und verhindern selbst bei stärkerer Belastung eine erneute Verstauchung.

 

Der Heilungsprozess einer Verstauchung lässt sich zudem auch durch Medikamente, Salben und homöopathische Mittel günstig beeinflussen. In Zweifelsfällen sollte immer ein Orthopäde zurate gezogen werden. Dieser wird nicht nur das verletzte Gelenk gründlich untersuchen, sondern auch eine geeignete Therapie anbieten können.