Verstauchung

Verstauchung im Handgelenk als Folge eines Sturzes

 

 

Ein Missgeschick passiert meist schneller als erwartet. Man stolpert, fällt nach vorne und versucht, sich rein instinktiv mit der gespreizten Hand auf dem Boden abzustützen. Gemeint ist hier ein Sturz, wie er täglich passieren kann – auf dem Weg zur Arbeit, am Arbeitsplatz selbst, beim Wandern oder Joggen und zu vielen weiteren Gelegenheiten. Fast immer trägt man an den Händen Hautabschürfungen davon, die meistens jedoch nach wenigen Tagen wieder verheilt sind. Durch die Wucht des Aufpralls kann es jedoch auch zu inneren Verletzungen der Hand kommen. Diese sind rein äußerlich nicht immer eindeutig erkennbar, verursachen allerdings auch über Tage oder gar Wochen hinweg starke Schmerzen und schränken die Beweglichkeit des Handgelenks ein. Zu diesen inneren Verletzungen zählen neben Prellungen auch Verstauchungen, ausgelöst infolge einer Fehl- oder Überbelastung.

 

Durch diese Verstauchung werden die Bänder, welche für die ordnungsgemäße Funktion des Handgelenks verantwortlich sind, mehr oder weniger überdehnt, bei extrem starker Fehlbelastung kann es sogar zu einem Bänderriss gekommen sein. Das Tückische an einer Verstauchung ist, dass die Symptome wie Anschwellen und Blaufärbung infolge eines Blutergusses nicht sofort, sondern manchmal erst nach mehreren Stunden oder über Nacht erkennbar werden. Fehlstellungen des Handgelenks oder auch eine abnorme Beweglichkeit können auch auf einen Bruch der Speiche oder des Kahnbeins hindeuten.

 


Maßnahmen zur Ersten Hilfe


Ist es zu einer Verstauchung beziehungsweise Distorsion des Handgelenks gekommen oder besteht der Verdacht auf eine derartige Verletzung, dann hat sich die sogenannte PECH-Methode bestens bewährt. PECH bedeutet nichts anderes als Pause, Eis, Compression (Kompression) und das Hochlagern. Im akuten Fall heißt das: Die Belastung der betroffenen Hand ist sofort zu stoppen und das Handgelenk mit Eis zu kühlen. Kompressionsverbände sowie ein Hochlagern über Herzhöhe reduzieren die Gefahr einer Schwellung erheblich und fördern den Heilungsprozess. Treten aber selbst nach mehreren Tagen immer noch starke Schmerzen auf oder geht die Schwellung nicht zurück, dann sollte vorsorglich ein Facharzt aufgesucht werden. Dieser wird das Handgelenk abtasten und bei Bedarf auch röntgen, da es infolge der Verstauchung auch zu einem Knochenbruch oder einem Bänderriss gekommen sein kann. Werden diese Verletzungen nicht erkannt und entsprechend behandelt, kann es zu bleibenden Folgeschäden kommen. Diese lassen sich meistens nur operativ beheben. Außerdem ist mit einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit des Handgelenks zu rechnen.

 

Ist dagegen die Verstauchung gut ausgeheilt, dann kann schrittweise mit der Belastung des Handgelenks begonnen werden, wobei allerdings keinerlei Schmerzen auftreten dürfen. Eine zu lange andauernde Ruhigstellung kann zu einer Instabilität des Handgelenks führen, die meistens weitere Verstauchungen zur Folge hat. Dabei kann eine Belastung von beispielsweise viermal 10 Minuten am Tag mehr Erfolg bringen als einmal 40 Minuten. Sowohl die Diagnose als auch die gesamte Behandlung einer Verstauchung sollten vorsorglich von einem Orthopäden oder Physiotherapeuten begleitet werden.

 

 

Schutz vor einer Verstauchung des Handgelenks


Gerade bei sportlichen Aktivitäten lässt sich die Gefahr einer Verstauchung nicht immer ausschließen. Allerdings lassen sich Gelenke mittels Bandagen vor Überbelastung und Verstauchungen in gewissem Umfang schützen. Vor allem Leistungssportler bandagieren ihre Gelenke vor dem Training oder Wettkampf. Einen weiteren Schutz bietet das Aufwärmen der Gelenke durch geeignete Übungen. Die regelmäßige Ausübung von Sport regt nicht nur den Kreislauf sowie den Stoffwechsel an, sondern stabilisiert auch die Gelenke und die Bänder werden reißfester.